Wichteln: jahrhundertealt, traditionsreich, immer noch beliebt

Ob in Schulklassen, zwischen Arbeitskollegen oder in Jugendgruppen – jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit lebt eine alte Tradition wieder auf: das Wichteln. Selbst Internetforen haben den jahrhundertealten Brauch des gegenseitigen Schenkens inzwischen für sich entdeckt.

Der auch Julklapp genannte Spaß geht auf einen mitteralterlichen Brauch aus Schweden zurück. “Jul” bedeutet im Schwedischen Weihnachten, “God Jul” Frohe Weihnachten. Das eigentliche Wichteln – also die Geschenkübergabe – fand ursprünglich nach dem Weihnachtsessen statt. Heute folgen Wichtelveranstaltungen keinem festgelegten Ablauf mehr und werden häufig schon in der Vorweihnachtszeit während Weihnachtsfeiern durchgeführt.

Im Vorfeld einigen sich alle Beteiligten auf die Art des Geschenkes und einen Preisrahmen. In der Regel sind dies fünf bis zehn Euro. Außerdem wird gelost: Jeder Teilnehmer zieht ein Los und erfährt so, wen er beschenken wird, verrät dies aber nicht. Das Geheimnis lüftet sich – wenn überhaupt –  erst im Rahmen der Geschenkübergabe. Bei anderen Wichtelaktionen bleibt  der Wichtel anonym.

 

Mottowichteln: Je schräger desto besser

Einer immer größeren Beliebtheit erfreut sich das Wichteln nach einem bestimmten Motto. Dem Erfindungsreichtum sind keine Grenzen gesetzt! Schrottwichteln, Gammelwichteln, Ekelwichteln und Schrott-Julklap sind bereits feststehende Begriffe in Kennerkreisen, gleiches gilt für Ramsch-, Horror-, Fieswichteln und Greuelklapp.

Worauf es hier ankommt, ist Sinn für Humor. Denn der Wichtel verschenkt Schräges und Skurriles, Wertloses und Ungewolltes – ganz abhängig vom jeweiligen Motto.

 

Nach Zufallsprinzip oder mit besonderen Aufgaben

Im Gegensatz zum gewöhnlichen Wichteln, wissen die Teilnehmer vorher in der Regel nicht, wen sie beschenken werden. Denn gelost wird vor Ort – auch Zufallswichteln genannt. Ebenso beliebt ist das Würfelwichteln, bei dem um besonders begehrte Geschenke gewürfelt wird.

Bei ausgefeilteren Wichtelarten müssen die Teilnehmer im Vorfeld der Geschenkeübergabe spezielle Aufgabe erfüllen. So zum Beispiel beim Gedichte-, Räuberwichteln mit seinen zwei Varianten, beim Aufgabenwichteln, sowie bei den „Sieben Scheußlichkeiten“.

Gewichtelt wird aber nicht nur in der Weihnachtszeit, auch auf Geburtstagsparties übt es einen besonderen Reiz aus. Um welche Art der Wichtelns es auch geht: Es zählt der Spaß, die Freude des Beschenkens oder der Witz an der Sache. In diesem Sinne wünsche ich fröhliches Wichteln!

Aktueller Spendenstand:
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Stand: 23.11.2010
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